Hildesheimer Lyrikwettbewerb 2014: Was mir heilig ist
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Der Freund

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1 Der Freund am Mi 02 Apr 2014, 21:09

Hagen Rudolph


Wettbewerbsteilnehmer
Leute hasteten vorüber
Wolken drohten grau und schwer
Kahle Straßenbäume schwankten
Sturm trieb Unrat vor sich her.
 
Es war einer dieser Tage
Die sich gegen mich verschworen
Regen prasselte hernieder
Ich war völlig durchgefroren.
 
Zitterte mit klammen Fingern
Wartete auf einen Bus
Und die nahende Erkältung
Steigerte meinen Verdruss.
 
Alles war heut fehlgeschlagen
Drum zur Nässe und der Kälte
Sich Verbitterung gepaart mit
Einsamkeitsgefühl gesellte.
 
Ja, ich war genervt und sauer
Tat mir fast schon selber leid
Da machte in meiner Nähe
Warmes, mildes Licht sich breit.
 
Ungläubig blickte ich zweimal
"Olaf?" so entfuhr es mir
Dieser Freund aus alten Tagen
Plötzlich stand er einfach hier.
 
Nur wenige Schritte zwischen
Uns – indes, es war unmöglich
Denn nach seinem schweren Unfall
Hofften wir damals vergeblich.
 
Haben schon vor vielen Jahren
Trauernd, weinend ihn bestattet
Lange hat sein frühes Ende
All mein Dasein überschattet.
 
Und nun stand der treue, gute
Olaf vier, fünf Meter weiter
Wirkte sehr gelöst auf mich und
Für das Wetter ziemlich heiter.
 
Frust und Sturm, Kälte und Nässe
Alles war in mir gewichen
Bei der Freude über meinen
Freund, der doch schon längst verblichen.
 
Was ich grad erlebte, ergab
Streng genommen keinen Sinn
Gleichwohl tat ich ein paar Schritte
Zu dem alten Freunde hin.
 
Denn er lächelte so fröhlich
Und ich wollte ihn begrüßen
Meinen langjährigen Kumpel
Herzlich in die Arme schließen.
 
Ach, jäh war das Licht verschwunden
Da stand auch kein Olaf mehr
Kalter Sturm peitschte den Regen
Und mein Herz ward kummerschwer.
 
Plötzlich krachte es betäubend
Was war hinter mir geschehen?
Sofort schnellte ich herum und
Glaubte kaum, was dort zu sehen.
 
Wo ich eben noch gestanden
Vor wenigen Augenblicken
Lagen Dachpfannen zerschmettert
Lagen da in tausend Stücken.
 
Durch den Sturm vom Dach gerissen
Stürzten sie auf mich hernieder –
Doch ich bin verschont geblieben
Sagte ich mir immer wieder.
 
Aufgewühlt von dem Geschehen
Prägte tief in mir sich ein:
Selbst in düsteren Momenten
Bin ich niemals ganz allein…

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